| AVEM |
|
| Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster |
|

3. überarbeitete und erweiterte Auflage (2008) (in Anwendung seit 1996) Einsatzbereiche Personalentwicklung und Arbeitsgestaltung unter Gesundheitsbezug, berufliche Rehabilitation
Durchführung Individuell und in Gruppen Mit der 3 Auflage sind zwei Versionen verfügbar: Standardform mit 66 Items: empfohlen für individualdiagnostische Fragestellungen, Bearbeitungszeit ca. 12 Minuten Kurzform mit 44 Items, empfohlen für Studien mit größeren Personenzahlen, Bearbeitungszeit ca. 8 Minuten. Anwendung AVEM ist für vielfältige Fragestellungen im Kontext von Arbeit und Gesundheit einzusetzen. Das Verfahren erlaubt Aussagen über gesundheitsförderliche bzw. gefährdende Verhaltens- und Erlebensweisen bei der Bewältigung von Arbeits- und Berufsanforderungen. Damit bietet es sich vorrangig für die Früherkennung gesundheitlicher Risiken sowie die Begründung und Ableitung präventiver Maßnahmen an. Die Ergebnisse des AVEM sind erstens für die personenbezogene Intervention nutzbar (Unterstützung von Beratung, Coaching, Supervision, Gesundheitszirkeln, einschlägigen Trainingsmaßnahmen etc.). Zweitens sind sie vor allem dann, wenn ganze Arbeitsbereiche einbezogen werden, auch für die gesundheitsfördernde Arbeits- und Organisationsgestaltung heranzuziehen. In beiden Fällen empfiehlt sich der Einsatz i. S. der Vor- und Nachmessung, um auch Interventionseffekte kontrollieren zu können. Gerade unter diesem Aspekt hat AVEM auch zunehmende Verbreitung im Bereich der beruflichen Rehabilitation gefunden. Aufbau und Inhalt AVEM ist ein mehrdimensionales persönlichkeitsdiagnostisches Verfahren. Es werden Selbsteinschätzungen auf 11 theoretisch begründeten und faktorenanalytisch untermauerten Dimensionen erhoben: Subjektive Bedeutsamkeit der Arbeit, Beruflicher Ehrgeiz, Verausgabungsbereitschaft, Perfektionsstreben, Distanzierungsfähigkeit, Resignationstendenz bei Misserfolg, Offensive Problembewältigung, Innere Ruhe und Ausgeglichenheit, Erfolgserleben im Beruf, Lebenszufriedenheit, Erleben sozialer Unterstützung. Das Zueinander dieser Dimensionen wird im Weiteren in vier arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmustern ausgedrückt: G (Gesundheit), S (Schonung), A (Risiko i. S. der Selbstüberforderung) und B (Risiko i. S. von chronischem Erschöpfungserleben und Resignation). Für jede Person wird die Ähnlichkeit ihres Profils mit diesen vier Referenzmustern ermittelt. Dabei werden volle, akzentuierte und tendenzielle Musterausprägungen sowie Musterkombinationen unterschieden. Gütekriterien Reliabilität: AVEM weist in allen 11 Skalen hohe innere Konsistenz auf (Cronbach's a für die Standardform zwischen .79 und .87, für die Kurzform zwischen .75 und .83.). Erwartungsgemäß liegen die Stabilitätskoeffizienten niedriger. Sie lassen eine Veränderbarkeit der Merkmale in Abhängigkeit von der Zeitspanne und der Variabilität der Umweltbedingungen erkennen. Es ist also gewährleistet, dass mittels AVEM zuverlässig und zugleich veränderungssensitiv gemessen werden kann. Damit erlaubt es der wiederholte Einsatz des Verfahrens, arbeits- wie auch interventionsbedingte Modifikationen abzubilden (auf der Eben der Skalen und der Muster). Validität: AVEM ist ein umfassend validiertes Verfahren. Die Validität wird durch Ergebnisse auf mehreren Ebenen belegt: Erstens ist eine klare, mit der Messintention übereinstimmende und bei verschiedenen Stichproben replizierbare Faktoren- und Clusterstruktur hervorzuheben. Zweitens konnten für die einzelnen Skalen inhaltlich schlüssige Beziehungen zu Merkmalen anderer Verfahren bestätigt werden. Drittens ließ sich für die vier Verhaltens- und Erlebensmuster anhand einer Vielzahl von Binnen- und Außenkriterien die Gesundheitsrelevanz überzeugend nachweisen. Normen AVEM liegen zwei verschiedene Arten von Normen zugrunde. Zum Ersten sind die auf die Skalenwerte bezogenen Normen zu nennen. Sie werden für beide Versionen (Standard- und Kurzform) in Bezug auf Berufsgruppen und darüber hinaus für Studierende bzw. Auszubildende und Patienten aufgeführt, wobei nach deutschen und österreichischen Normstichproben unterschieden wird. Es wurden dafür die Daten von insgesamt 31.979 Personen berücksichtigt. Zum Zweiten ist auch die für jede Person bestimmbare Ähnlichkeit mit den vier Referenzmustern G, S, A und B (ausgedrückt über die Zuordnungswahrscheinlichkeit) als Norm zu betrachten. Es wird damit eine zusammenfassende Aussage über das Ausmaß gesundheitsförderlicher oder -gefährdender Verhaltens- und Erlebensweisen getroffen. Unter diesem Gesichtspunkt ist es geboten, für alle Personen das gleiche Bezugssystem, also eine generelle Norm zugrunde zu legen. Besonderheiten AVEM wird mit einem computergestützten Auswertungsprogramm geliefert. Die Software wurde überarbeitet und ist mit einer Dantenbank ausgestattet, welche eine Archivierung der Testdaten etwa für Langzeitstudien oder nachtests ermöglicht. Das Programm benötigt Windows. 
| Zeige 1 bis 4 (von insgesamt 4 Artikeln) |
Seiten: 1 |
|
|