Anwendungsbereiche Mathematische Grundfertigkeiten werden heute in allen Berufen vorausgesetzt, ob es sich um gewerbliche, kaufmännische, technische oder soziale Berufe handelt. Gerade in den Bereichen der Berufsausbildung oder im Bereich von Umschulungen, Weiterbildungen, Qualifizierungen wird erwartet, dass die Grundfertigkeiten, die in der Schullaufbahn vermittelt wurden, in der beruflichen Arbeit angewendet werden können. Dies ist aber häufig nicht der Fall. Um die Diskrepanz der erwarteten und der tatsächlichen Leistung zuverlässig überprüfen zu können, wurde der Mathematiktest entwickelt. Ausgangspunkt für die Testentwicklung war die Analyse der curricularen Anforderungen der sechsten, siebten, achten und neunten Klassen allgemein bildender Schulen.
Aufbau Der Mathematiktest ist in vier Aufgabengruppen gegliedert: Teil A beinhaltet textfreie Aufgaben, Teil B beinhaltet Textaufgaben, Teil C besteht aus einfachen geometrischen Aufgaben und Teil D besteht aus Aufgaben zum Tabellen- und Grafikver-ständnis. Für alle Aufgabengruppen wurde ein offenes Antwortformat gewählt. Der Mathematiktest liegt in den Parallelformen A und B vor. Die Parallel-Testformen können vom Testleiter so verteilt werden, dass Testnachbarn unterschiedliche Formen des Mathematiktests erhalten, um Abschreiben zu verhindern. Die Aufgaben werden vom Testleiter erklärt und die Arbeitszeit vorgegeben. Die Auswertung erfolgt mittels eines eindeutigen Auswertungsschlüssels.
Gütekriterien Objektivität: Schriftlich festgelegte Instruktionen gewährleisten die Durchführungs-objektivität. Ein eindeutiger Auswertungsschlüssel für jede Testaufgabe stellt die Auswertungsobjektivität sicher. Die Interpretationsobjektivität ist durch aktuelle Normierung gegeben. Reliabilität: Die Überprüfung der Reliabilität des Mathematiktests erfolgte in einer Vielzahl von Untersuchungen: Testhalbierung (Spearman-Brown mit Korrektur): Gesamttest Testform A .97, Subtests der Testform A zwischen .74 und .94. Gesamttest Testform B .97, Subtests der Testform B zwischen .75 und .94. Cronbachs Alpha: Gesamttest Testform A .95, Gesamttest Testform B .95. Parallel-Test-Reliabilität: Testwiederholung für den Gesamttest (n = 73) .90. Validität Inhaltliche Validität: Gegeben durch Übereinstimmung der Testinhalte mit den curricularen Anforderungen im Fach Mathematik. Innere kriterienbezogene Validität: Erwartungskonforme konvergente und diskriminante Validitätskoeffizienten mit u. a. folgenden Testverfahren: ISA, FRT, LPT, RST-NRR, Wortschatztest, INKA und FAIR. Äußere kriterienbezogene Validität: Erwartungsgemäßer korrelativer Zusammenhang zwischen der Mathematiktestleistung und der Schulnote im Fach Mathematik. Konstruktvalidität: Erwartungsgemäße Ergebnisse bei der Prüfung differentieller Effekte, der Durchführung konvergenter und diskriminanter Korrelationsstudien und der Analyse der faktoriellen Validität.
Normen Die Eichstichprobe hat einen Umfang für von n = 15176 Personen. Es liegen Prozentrangnormen und T-Werte für Jugendliche und Erwachsene getrennt nach Bildungsgruppen (Hauptschule, Realschule und Gymnasium) und als Gesamtstichprobennormen vor.
In Anwendung seit 2002, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage seit 2005