| ABI |
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| Angst Bewältigungs Inventar |
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H. W. Krohne, B. Egloff
Dauer ca. 8 Minuten. Aufbau
Durchführung Individuell und Gruppe
Anwendungsbereiche
Modifikation, Platzierung und Selektion. Das ABI kann z.B. in die Planung der Modifizierung eines in bestimmten Situationen wenig zweckmäßigen Bewältigungsverhaltens einbezogen werden.
Untersuchungen zur Konstruktvalidität ergaben folgendes: Unter Stress suchen vigilante Personen vermehrt nach sozialer Unterstützung und neigen zu Selbstbeschuldigungen. Sie weisen allgemein eine (mäßige) Tendenz zu negativer Affektivität auf, haben (mäßig) erhöhte Werte auf den Skalen Neurotizismus (der hingegen mit kognitiver Vermeidung negativ korreliert), Ängstlichkeit, Depressivität und Ärgerneigung. Im Gegensatz zu kognitiv vermeidenden Personen neigen Vigilante zur gedanklichen Weiterbeschäftigung mit sozial belastenden Ereignissen. Mit steigender Vigilanz sinken das Selbstwertgefühl sowie die Erwartung, die Ergebnisse des eigenen Handelns selbst bestimmen zu können, wohingegen sich bei kognitiv vermeidenden Personen für diese beiden Variablen das entgegengesetzte Muster ergibt. Frauen weisen im Vergleich zu Männern signifikant höhere Werte in Vigilanz und signifikant niedrigere Werte in kognitiver Vermeidung auf. Kognitiv vermeidende Personen spielen unter Stress die Belastung herunter, lenken sich von der Situation ab und greifen vermehrt zu Ersatzbefriedigungen wie etwa vermehrtem Essen. Mit kognitiver Vermeidung steigen der allgemeine Optimismus und die Erwartung, mit kritischen Situationen kompetent umgehen zu können; auch bestehen positive Be-ziehungen etwa zu positiver Affektivität, Extraversion und Gewissenhaftigkeit.
Das ABI beschreibt acht fiktive Bedrohungssituationen (je vier Szenarien in den beiden Untertests physische Bedrohung und Selbstwertbedrohung), die unterschiedliche Grade von Vorhersagbarkeit bzw. Kontrollierbarkeit realisieren. Jedem der Szenarien ist ein gleich großes Repertoire vigilanter bzw. kognitiv vermeidender Bewältigungsstrategien zugeordnet. Der Proband soll für jede Strategie entscheiden, ob er sie angesichts der vorgegebenen Situation oft bzw. häufig ("trifft zu") oder nie bzw. selten ("trifft nicht zu") zeigt. Innerhalb der beiden Untertests werden die Antworten für jede der beiden Strategien getrennt aufsummiert.
Gütekriterien Reliabilität: Die Testwiederholungszuverlässigkeiten für die Vigilanz- bzw. Vermeidungs-skalen der Untertests bzw. des Gesamttests liegen für die Testwiederholung nach einer Woche zwischen .88 und .92. Die internen Konsistenzen der Skalen sind für die beiden Untertests als zufriedenstellend (Cronbachs a zwischen .71 und .80) und für den Ge-samttest (a = .81 bzw. .86) als gut zu bezeichnen. Validität: Überprüft wurde u.a. die zu erwartende Unabhängigkeit zwischen den Dimen-sionen Vigilanz und kognitive Vermeidung. Es zeigte sich, dass beide lediglich moderat negativ miteinander korreliert sind, wohingegen die korrespondierenden Skalen der Un-tertests deutlich positiv korrelieren. Eine Hauptkomponentenanalyse ergab eine Zwei-FaktorenLösung, die 41.2% der Gesamtvarianz erklärt, und in deren Ladungsmatrix die 8 vigilanten Variablen (d.h. die 8 Vigilanzwerte der einzelnen Szenarios) klar von den 8 kognitiv vermeidenden Variablen getrennt sind.
Experimentelle Untersuchungen, in denen mit Hilfe des ABI konkretes Verhalten in spezifischen Bedrohungssituationen vorhergesagt wurde, erfaßten Reaktionszeiten, Gedächt-niseffekte, Stimmungskongruenz, kardiovaskuläre Reaktionen u.ä. Sie ergaben, ebenso wie Untersuchungen im Kontext chirurgischer Operationen, im Kontext des Leistungs-sports und der Schule, eine Bestätigung der Klassifikation bzw. der zugrundeliegenden Theorie.
Normen Die geschlechtsspezifischen Normen basieren auf einer Stichprobe von 763 Personen. Die Rohwerte können in Prozentränge und T -Werte umgerechnet werden.
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