Dauer
abhängig von der Altersstufe für die Gesamtform (12 Skalen) ca. 40 Minuten, für die Teilbereiche (2 bis 4 Skalen) ca. 10 bis 15 Minuten, Kurzform 25 bis 30 bzw. 5 bis 10 Minuten
Durchführung
Individuell und Gruppe
Anwendungsbereiche
Mit dem DAI wird eine multifacettale Fragebogenbatterie zur Erfassung beratungs- und therapierelevanter Aspekte der Leistungsängstlichkeit vorgelegt. Mit diesem Verfahren werden verhaltenstheoretische und traditionell psychodiagnostische Vorgehensweisen verknüpft. Die Einsatzmöglichkeiten liegen nicht nur im Bereich der klinischen und pädagogisch-psychologischen (insbes. schulpsychologischen) sowie allgemeinen Beratung und Modifikation bei Schülern und Schülerinnen der 8. bis 13. Klassenjahrgangsstufen. Das DAI eignet sich auch hervorragend für den Einsatz in der entwicklungspsychologischen, differentialpsychologischen, pädagogisch-psychologischen und klinischen Forschung.
Aufbau
Das DAI wurde auf dem Hintergrund verhaltensorientierter Überlegungen und der vorliegenden Literatur zu Ursachen, Diagnoseansätzen und Modifikationsmöglichkeiten von Leistungsängstlichkeit in einer mehrjährigen Forschungsreihe entwickelt. Neben Angsterscheinungsweisen werden erstmals auch relevante vorausgehende (auslösende) und nachfolgende (stabilisierende) Bedingungen der Leistungsängstlichkeit sowie Formen der differenzierten Angstbewältigung (Copingstrategien) berücksichtigt. Damit liefert das DAI die für eine Modifikation der Leistungsängstlichkeit grundlegenden funktionalen Daten und gestattet eine differenzierte Beschreibung des komplexen Leistungsängstlichkeitsgefüges. Das DAI besteht aus vier Bereichen mit insgesamt 12 Skalen. Die Langform umfasst 146, die Kurzform 96 Items. Als Beantwortungsmodus ist jeweils ein fünfstufiges Antwortformat vorgesehen. Die Bereiche sind: DAI-AUS "Angstauslösung" mit den Skalen "Repertoire Unsicherheit" (RU), "Wissensbezogener Angstauslösung" (WA) und "Sozialbezogener Angstauslösung". DAI-MAN "Angstmanifestation" mit den Skalen "Physiologische Manifestation" (PHY), "Emotionale Manifestation" (EMO) und "Kognitive Manifestation" (KOG). DAI-COP "Angst-Copingstrategien" mit den Skalen "Gefahrenkontrolle" (GK), "Situationskontrolle" (SK), "Angstkontrolle" (AK) und "Angstunterdrückung" (AU). DAI-STAB "Angststabilisierung" mit den Skalen "Externale Stabilisierung" (ES) und "Internale Stabilisierung" (IS). Die Fragebogen zu den einzelnen Bereichen können unabhängig voneinander und getrennt eingesetzt werden.
Gütekriterien
Reliabilität: Die inneren Konsistenzen (Cronbachs Alpha sowie korrigierte Split-half-Koeffizienten) liegen im Durchschnitt bei r = .87 bzw. r = .88. Die Test-Retest-Stabilitäten (Zeitintervall 4 bis 6 Wochen) liegen im Durchschnitt bei r = .74.
Validität: Die Konstruktvalidität wurde in mehr als 20 umfangreichen Studien auf Item-, Skalen- und Bereichsebene u.a. durch verschiedene Dimensionsanalysen dokumentiert und differentielle Bezüge zu ausgewählten Persönlichkeitsvariablen und zu Variablen aus dem Leistungsbereich aufgezeigt.
Normen
Geschlechtsspezifische Normwerte wurden auf der Basis einer Eichstichprobe von mehr als 3000 Schülern und Schülerinnen der 8. bis 13. Klassenstufe entwickelt.