H. Schomerus, K. Weißenborn, W. Hamster, N. Rückert, H. Hecker
Dauer 10 bis 20 Minuten; Auswertung 3 bis max. 10 Minuten
Durchführung Individuell
Anwendungsbereiche Der PSE-Syndrom Test ist ein psychodiagnostisches Verfahren zur quantitativen Erfassung der (minimalen) portosystemischen Encephalopathie. Er wurde speziell für die Anwendung bei Leberkranken entwickelt, da sich hier die Frage der Encephalopathie häufig stellt. Mit dem Test ist eine Therapieindikation und Therapieverlaufskontrolle bei minimaler PSE möglich. Weitere Anwendungsbereiche betreffen innere Erkrankungen mit Auswirkungen auf neuropsychische Funktionen (z.B. Diabetes, Niereninsuffizienz) sowie die Kontrolle zerebraler Funktionen bei Pharmakostudien. Der PSE-Syndrom-Test ist ein Einzeltest für Jugendliche und Erwachsene von 15 bis 80 Jahren, der auch bei bettlägerigen Patienten durchführbar ist.
Aufbau Der PSE-Syndrom-Test besteht aus vier Parallelformen (Form I bis IV). Jede Form besteht aus folgenden fünf Untertests, die jeweils in einem Testheft zusammengefasst sind: Zahlensymboltest (ZS), Zahlen verbinden A (ZVA), Zahlen verbinden B (ZVB), Kreise punktieren (KP), Linien nachfahren (LN). Die Aufgaben der Parallelformen unterscheiden sich voneinander, so dass bei Verlaufsmessungen die Leistungen der Patienten nicht durch Gedächtniseffekte beeinflusst werden.
Gütekriterien Reliabilität: Die Test-Retest-Reliabilität liegt bei Patienten im Abstand von 60 Tagen für die Untertests zwischen .56 und .95. Validität: Die konvergente und divergente Validität des PSE-Syndrom-Test wurde mit unterschiedlichen Leistungs- und Persönlichkeitstests korrelationsstatistisch und faktorenanalytisch überprüft. Die Therapiesensitivität des Verfahrens wurde während der Behandlung von Patienten mit PSE nachgewiesen. Nach einer Woche Behandlung konnten signifikante Verbesserungen bei den Untertests festgestellt werden.
Normen Es liegen Altersnormen für gesunde Jugendliche und Erwachsene vor (N = 150).