| GNL |
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| Gesichter Namen Lerntest |
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U. Schuri und R. Benz
Dauer Untersuchung des Lernens 3-12 Minuten, Prüfung des Behaltens nach 30 Minuten bzw. 24 Stunden jeweils 2-8 Minuten
Durchführung Individuell
Anwendungsbereiche Patienten, die nach einer Hirnschädigung Gedächtnisstörungen aufweisen, klagen in der Regel über Schwierigkeiten beim Lernen und Erinnern neuer Namen. Zur Abklärung von Störungen des Namenlernens benötigt der Kliniker objektive Untersuchungsverfahren. Auch die Prüfung von Effekten einer Therapie, die Leistungsverbesserungen in diesem Bereich anstrebt, erfordert entsprechende diagnostische Instrumente. Der Gesichter-Namen-Lerntest wurde für diesen Anwendungsbereich entwickelt. Mit ihm lassen sich die Klagen von Patienten über Schwierigkeiten beim Namenlernen objektivieren. Mit seinen zwei Parallelformen bietet der GNL auch die Möglichkeit, Verlaufsmessungen vorzunehmen oder Therapieeffekte zu prüfen. Der Test soll das Lernen und Behalten (über 30 Minuten) von Namen und deren Zuordnung zu Gesichtern prüfen. Er bietet darüber hinaus die Möglichkeit der Untersuchung längerfristiger Behaltensleistungen (nach 24 Stunden). Der GNL wurde zur Erfassung von Leistungsstörungen entwickelt. Er soll im unteren Leistungsbereich differenzieren. Aufgrund des erkennbaren Alltagsbezugs besitzt der Test bei Patienten eine hohe Akzeptanz und ist aufgrund des gewählten (geringen) Schwierigkeitsgrades bis ins hohe Lebensalter anwendbar.
Aufbau Der GNL liegt in zwei parallelen Formen vor. Alle Namen sind zweisilbig. Bei den benutzten Fotografien handelt es sich um schwarzweiße Portraitaufnahmen von Personen, die nicht öffentlich bekannt sind. Die Personen haben ein Alter von 20 bis 60 Jahren. Das Lernen der 8 Gesichter-Namen-Paarassoziationen erfolgt in maximal 4 Durchgängen nach der Lern-Prüf-Methode. Dreißig Minuten nach dem Lernen können die mittelfristigen Behaltensleistungen getestet werden. Dabei wird zunächst die freie Reproduktion der Namen geprüft und anschließend das Erinnern der Namen bei Vorlage der Fotos. Der GNL bietet schließlich auch die Möglichkeit einer Prüfung der Behaltensleistungen nach 24 Stunden, setzt jedoch die vorherige Durchführung des Behaltenstests nach 30 Minuten voraus.
Gütekriterien Reliabilität: Es wurden für verschiedene Kennwerte der Testformen A und B die Halbierungsreliabilität ermittelt. Summe der richtigen Form A r = .86, Form B r = .91; cued recall nach 30 Minuten Form A r = .62, Form B r = .69. Validität: In einer Untersuchung von Patienten mit Hirnschädigungen unterschiedlicher Ätiologie zeigten die mit der Vorversion des GNL erfassten Lernleistungen die höchsten korrelativen Zusammenhänge mit dem Lernen von Wort- und Objekt-Paarassoziationen (.63 bzw. .58) sowie mit der freien Reproduktion einer Geschichte (unmittelbar nach Darbietung .51, nach 24 Stunden .57). Die Korrelation mit dem Gedächtnis für Gesichter (.36) und geometrische Designs (Wahlform des Benton-Tests, .30) waren geringer. Die Höhe der Zusammenhänge des GNLs mit figuralen Gedächtnisleistungen entspricht in etwa der mit Intelligenzmaßen und komplexen Aufmerksamkeitsleistungen.
Normen Die Gesamtstichprobe beträgt N = 297 Personen. Die Analyse der Kontrolldaten zeigte, dass die Leistungen im GNL bis zum Alter von 50 Jahren relativ konstant bleiben, danach jedoch ein zunehmender Leistungsabfall auftritt. Aufgrund dieser Ergebnisse wurden die 15 bis 49-jährigen Probanden bei der Normierung zusammengefasst. Für die älteren Personen wurden Vergleichswerte für drei Altersgruppen (50-59, 60-69 und 70-85) aufgenommen.
In Anwendung seit 2000
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