| VVM |
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| Visueller und Verbaler Merkfähigkeitstest |
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2., erweiterte Auflage
Anwendungsbereiche Der Visuelle und Verbale Merkfähigkeitstest (VVM) überprüft das kurz- sowie längerfristige und seit der 2. Auflage auch das mittelfristige Behalten von visuell-räumlichen und verbalen Materialien. Die Überprüfung des Gedächtnisses umfasst einen Zeitraum bis zu 24 Stunden: Über einen Vergleich der Gedächtnisleistungen an den drei Abfragezeitpunkten lassen sich ein Absinken der Behaltensleistungen für den Zeitraum von einem Tag ermitteln und die Vergessensraten berechnen. Einsatzbereiche: neuropsychologische Forschung und klinische Neuropsychologie.
Aufbau Der VVM enthält zwei Untertests. Im Untertest "Stadtplan" muss der Verlauf eines Weges eingeprägt und zu den Abfragezeitpunkten in einen identischen Stadtplan eingezeichnet werden. Im Untertest "Bau" wird eine Baubeschreibung vorgelegt, die in syntaktisch einfachen Sätzen formuliert ist. Es sind Namen, Zahlen und propositionale Inhalte zu merken. Mit Hilfe gezielter Fragen werden diese drei Komponenten schriftlich abgefragt. Die Einprägephase und die Bearbeitungszeit für die Reproduktion sind zeitlich begrenzt. Die Standardform des VVM liegt in vier Parallelformen vor (VVM 1 und VVM 2): nach einer Einprägephase von zwei Minuten für jeden Untertest wird unmittelbar anschließend die Behaltensleistung überprüft; ein zweites Mal nach 30 bis 120 Minuten und ein drittes Mal nach ca. 24 Stunden (siehe Abbildung) - jeweils ohne erneute Einprägephase. Visueller und Verbaler Merkfähigkeitstest mit einminütiger Einprägephase: Diese Testvariante ist mit Ausnahme der Verkürzung der Einprägphase von zwei Minuten auf eine Minute mit der Standardform des VVM identisch. Sie erlaubt diagnostische Differenzierungen im oberen Leistungsbereich.
Gütekriterien Reliabilität: Die Split-Half-Koeffizienten für die verschiedenen Testvariablen und Messzeitpunkte liegen zwischen .81 und .98, Cronbachs Alpha zwischen .81 und .95. Validität: In korrelationsstatistischen Untersuchungen an hirngeschädigten Patienten (N=94) erwies sich der VVM als sensitiv für Beeinträchtigungen von gut unterscheidbaren Gedächtnisfunktionen: sowohl materialspezifische Behaltensleistungen als auch das Behalten über unterschiedliche Zeiträume hinweg (zumindest über 24 Stunden) lassen sich gut abbilden. Zur Interpretation der Validität werden die Ergebnisse dieser Studien aus der Sicht neuropsychologischer Gedächtnistheorien dargestellt und der Zusammenhang zu assoziierten Störungen diskutiert.
Normen Es liegen bildungsspezifische Normwerte (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) für sieben Altersbereiche zwischen 15 und 79 Jahren vor. Weitere Normwerte wurden für die Vergessensrate sowie für die Reproduktion falsch eingeprägter Items ermittelt. Aufgrund der Äquivalenz der vier Parallelformen konnten die Daten zu einem einheitlichen Pool (N =1704) aggregiert werden. Die gelten für alle vier Testformen gleichermaßen. Für Schulkinder unter 15 Jahren sind im VVM1 erste Vergleichswerte dargestellt.
Besonderheiten Der VVM lässt sich ohne Ergebnisverzerrungen sowohl als Einzel- als auch als Gruppentest einsetzen. Mit vier äquivalenten, normierten Parallelformen lassen sich Testwiederholungen in kurzen zeitlichen Abständen realisieren. Erweitertes Testdesign und neue Normen Der Visuelle und Verbale Merkfähigkeitstest operationalisierte bisher das kurzfristige und langfristige Behalten, nun ist er auch ein Test zur Überprüfung des mittelfristigen - verbalen und visuell-räumlichen - Behaltens. Und dies mit einer Erhöhung des Untersuchungsaufwands von ca. sieben Minuten. Parallel zur Erweiterung des Designs wurden die Normdaten ergänzt, insbesondere im oberen Altersbereich: Für die unmittelbare Abfrage stehen nun über 1700 Datensätze, für das mittelfristige Behalten knapp 900 und für das langfristige knapp 800 zur Verfügung.

Erweitertes Testdesign Kurzfristiges Behalten wird im VVM durch eine unmittelbare Abfrage, langfristiges durch die Abfrage nach einem Tag überprüft. Der neu eingeführte Abfragezeitpunkt für das mittelfristige Behalten erfolgt im Zeitfenster zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Theoretischer Hintergrund für diese Zeitgrenzen bilden neurophysiologische Hypothesen zur Langzeitpotenzierung (LTP, long-term potentiation) und zur Konsolidierung im Schlaf. Das 24 Stunden umfassende Behaltensintervall schließt die für die Langzeitkonsolidierung wichtigen Speicherprozesse während des Schlafs ein - für die neu gelernten expliziten Inhalte vor allem während den NonREM-Phasen. Das mittelfristige Behaltensintervall endet bei einer Grenze von zwei Stunden: Die früh einsetzenden Prozesse der LTP treten nach zwei Stunden in eine zweite, durch die Protein-Neusynthese charakterisierte Phase ein. Aus theoretischer Sicht dürfte es in innerhalb dieses zeitlichen Rahmens zu keinem oder nur zu einem sehr geringen Verlust der gespeicherten Inhalte kommen: Die erhobenen Testwerte bestätigten dies - und begründen damit, dass der Abfragezeitpunkt für das mittelfristige Behalten frei zwischen 30 Minuten und zwei Stunden gewählt werden kann. Der variable Abfragezeitpunkt erleichtert die diagnostische Planung im klinischen Alltag.
Neue Normen Die Erweiterung der Normstichprobe und die Einführung eines mittelfristigen Behaltensintervalls machten die Erstellung eines ergänzenden Manuals notwendig: Hier sind die Normwerte für alle drei Abfragezeitpunkte der über die vier Parallelformen aggregierten Normstichproben übersichtlich dargestellt, differenziert nach Alter und Bildung. Die neuen Normtabellen ersetzen die Tabellen aus den Manualen zum VVM 1 und VVM 2.
Frühere Käufer des VVM können mit einer Bestellung des Aktualisierungs- Sets ihre jeweiligen Testversionen VVM 1 oder VVM 2 auf den Stand der 2. Auflage bringen.
In Anwendung seit 2001, 2. Auflage 2009 Was ist neu beim VVM? hier als PDF Download
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