
Deutsche Version der Mill Hill Vocabulary Scale
Autoren: N. Ibrahimovic,
S. Bulheller
Dauer
23 Minuten (13 Minuten für Teil 1,
10 Minuten für Teil 2)
Durchführung
Individuell und Gruppe
Anwendungsbereiche
Im Gegensatz zu vielen anderen Wortschatztests, die sich auf die Erfassung des passiven Wortschatzes beschränken, indem sie eine "Wiederkennungsleistung" (Wörter der deutschen Sprache von zufälligen Anordnungen von Buchstaben zu unterscheiden) oder eine Zuordnung von Begriffen zu Abbildungen verlangen, besteht mit diesem Test auch die Möglichkeit, den aktiven Wortschatz durch "definieren" von Begriffen zu erfassen.
Ausgangspunkt der Testkonstruktion war eine Stichprobe von 194 randomisiert aus dem DUDEN ausgewählten Begriffen, die nach mehreren Analysen zu der Endform führten.
Der Test erlaubt bei Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 14 bis 60+ Jahren eine zuverlässige Erfassung des aktiven und passiven Wortschatzumfanges.
Aufbau
Der Test besteht aus insgesamt 60 Aufgaben, die in zwei Testteile á 30 Items aufgeschlüsselt sind. Im ersten Testteil - aktiver Wortschatz - müssen 30 Begriffe schriftlich definiert werden. Im zweiten Testteil - passiver Wortschatz - besteht die Aufgabe darin, dass den 30 Items aus vorgegebenen Beschreibun-gen die richtigen Definitionen zugeordnet werden müssen.
Der Test liegt in zwei Testformen Form A und Form B vor (keine Parallel-Testformen).
Gütekriterien
Objektivität: Schriftlich festgelegte Instruktionen gewährleisten die Durchführ-ungsobjektivität. Eindeutige Bewertungsregeln der Lösungen stellen für beide Testteile einer Testform die Auswertungsobjektivität sicher. Die Interpreta-tionsobjektivität ist durch eine aktuelle Normierung gegeben.
Reliabilität: Die innere Konsistenz (Split-Half) liegt für die Testform A bei .93 und für die Testform B bei .91.
Validität
Inhaltliche Validität: Die inhaltliche Validität ist durch die repräsentative Zufallsauswahl von Wörtern aus dem DUDEN (1996) belegt.
Innere kriterienbezogene Validität: Im Rahmen der Überprüfung der inneren Kriteriumsvalidität liegen erwartungskonforme konvergente und diskriminante Validitätskoeffizienten mit u. a. folgenden Testverfahren vor: Intelligenz-Struktur-Analyse (ISA), Figure Reasoning Test (FRT), Standard Progressive Matrices (SPM Plus), Rechtschreibtest (RST-NRR), Mathematiktest - Grundkenntnisse für Lehre und Beruf, Inventar komplexer Aufmerksamkeit (INKA) und Frankfurter Aufmerksamkeits-Inventar (FAIR).
Konstruktvalidität: Im Rahmen der Untersuchungen der Konstruktvalidität wurden differentielle Effekte geprüft, konvergente und diskriminante Korrelationsstudien durchgeführt (siehe ebenfalls innere kriterienbezogene Validierung) sowie die faktorielle Validität analysiert. Auch hier zeigten sich erwartungsgemäße Ergebnisse.
Normen
Form A (n = 2053): Prozentrangnormen für Jugendliche (14 bis 19 Jahre) getrennt nach Realschule und Gymnasium. Prozentrangnormen für Erwachsene (20 bis 60+ Jahre)
Form B (n = 873): Prozentrangnormen für Jugendliche (14 bis 19 Jahre) getrennt nach Realschule und Gymnasium.
Die Datenerhebung der Normstichprobe wurde 11/2004 abgeschlossen.
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